surprise

modulor

Wo kommst du denn jetzt her?, frage ich.
Ich habe hervorragend Kaffee getrunken, sagt die Gegenüber glücklich. Im „cole dampf’s“ im Modulor. Obwohl ich eigentlich wegen Acrylgranulat hingegangen bin. Oder wegen kondensationsvernetzendem Silicon. Oder wegen Japanpapier. Hab’s vergessen.

lunchtime

Nach einem rauschenden Arbeitstag, bei dem erneut mehrere Welten gerettet wurden, verbrachte die Gegenüber einen längeren melancholischen Moment am großen Strom – ursprünglich mit dem Ansinnen, ein Stündchen zu laufen, aber es war schon nach acht, also änderte sie den Plan und setzte sich auf eine Bank –, begleitet von einem Luftwaffengeneral mit dem Befehl, jeden zu verjagen, der so rücksichtslos wäre, den melancholischen Moment der Gegenüber durch Anwesenheit oder durch Abwesenheit (Letzteres ist natürlich unlogisch) zu stören, währenddessen die Gegenüer den Tag Revue passieren ließ und dann dem Luftwaffengeneral von Menschen erzählte, die durchs Leben irrten und sich dabei nicht mal sicher waren, ob sie lebten.

In der Entourage der Gegenüber, bestehend aus elf Wachleuten verschiedener Nationen, gehörte er, der aus Samarkand kam, eher zu den schweigenden, coolen und wahnsinnig entspannten Männern, der seinen Job in dem Verständnis tat, der Heldin nicht nur Schutz-, sondern auch Ratgeber zu sein, wenn es notwendig schien, was gelegentlich vorkam, aber nicht oft, weswegen er die meiste Zeit doch eher seiner Kernaufgabe nachging und nach definierten und undefinierten Gefahren Ausschau hielt, so wie heute Abend, als die Air Force der Gegenüber nach einer anstrengenden Woche sang- und klanglos am Abschmieren war und sich dadurch offene Flanken boten, und während er neben ihr auf der Bank saß und die Augen offen hielt, waren ihre geschlossen für diesen melancholischen Moment, der sich aber nur noch eine kurze Weile hinzog, bevor sie zufrieden seufzte und das Zeichen zum Aufbruch gab.